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Weißes Prinzip

Das weiße Prinzip
Die „weißen“ Burschenschaften legen – besonders im Gegensatz zu den „roten“ Burschenschaften – besonderes Augenmerk auf ihr korporatives Zusammenleben und gesellschaftliche Umgangsformen. Zudem sind sie definitionsgemäß pflichtschlagend und werden innerhalb der Deutschen Burschenschaft zum konservativen Flügel gezählt.

Schon zwischen den Weltkriegen betonte die weiße Richtung „mit Nachdruck die korporative Eigenart und waffenstudentischen Aufgaben der Einzelburschenschaften und die Wahrung der überlieferten Formen eines straff geknüpften Gemeinschaftslebens.“

Die Diskussion unter den weißen Burschenschaften brachte einstimmig die Auffassung, was unter „weiß“ zu verstehen ist:
Weiß sein heißt:

  • in der Tradition der Urburschenschaft von 1815 stehend
  • dem germanistischen Prinzip verpflichtet (somit ist der Weiße Kreis auch Träger des volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriffs)
  • pflichtschlagend
  • starke Zurückhaltung gegenüber der Aufgabe überlieferter Traditionen; starke Betonung der Einzelkorporation
  • Achtung und Respektierung jeder einzelnen Gemeinschaft und speziell der Besonderheit jeder einzelnen Burschenschaft
  • akademische Ausbildung
  • Bekenntnis zur Elite; Ansporn zum Bessersein als andere
  • Bekenntnis zur deutschen Kultur
  • Achtung und Aufgabe in der gesellschaftlichen Stellung

Diese Auffassung ist nicht nur für die aus ihrer Tradition heraus sich dazu bekennenden  weißen Burschenschaften selbstverständlich, sie ist auch Leitlinie und Maßstab zugleich für alle anderen.


Zur Geschichte des Weißen Kreises
1919 hatte sich nach längerem Vorgeplänkel die Meinung entwickelt, dass zur Erhaltung und Betonung der Idee der Urburschenschaft von 1815 die sich als Pendant zu den roten Studentenverbindungen weiß nennenden Burschenschaften zu einer Vereinigung zusammenschließen sollten, die die Burschenschaften in Deutschland und Österreich umfasst. Der Weiße Kreis war geboren worden.
Die Kurzlebigkeit der weiteren burschenschaftlichen  Entwicklung ist bekannt; der Zwangsauflösung einzelner Burschenschaften in den 30er Jahren folgte auch der Weiße Kreis und löste sich 1934 auf.

Die Wiederbegründung erfolgte nach dem II. Weltkrieg 1951, jedoch waren die aufbrechenden Meinungsunterschiede über den Vaterlandsbegriff zum einen wie auch die unterschiedlichen Standpunkte zu der Schwerpunktstätigkeit der Burschenschaften zu groß.

Die Mehrheit war für den politisch aktiven Part, weil die brennenden Aufgaben der Burschenschaften im Handeln und aktiven Eintreten für das Volkstum gesehen wurden; z.B. bei den Minderheitsproblemen der deutschen Volksgruppen im Westen Europas - nämlich in Kärnten, Südtirol, Elsass-Lothringen, Eupen – Malmedy, hier lag ein gravierendes Erbe des Weltkrieges das man mitgestalten wollte. Ganz zu schweigen von den Problemen im Osten: Vertreibung, Entwurzelung, Zwangsumsiedlung und schließlich der deutschen Teilung -  burschenschaftliche Arbeit –so meinte man - hatte hier anzusetzen!

Mit dem aktiven Bekenntnis zur Einheit der Deutschen und der freien Entfaltung aller Deutschen war die Deutsche Burschenschaft die einzige akademische Vereinigung, die offen für die Belange des deutschen Volkes eintrat.
Die Vertagung des Weißen Kreises 1961 hatte zur Folge: die innerhalb des WK’S in Richtung Aktionsgemeinschaft orientierten Burschenschaften (10) fanden sich in der weißen Arbeitsgemeinschaft wieder und gründeten im selben Jahr 1961 zusammen mit anderen Burschenschaften die Burschenschaftliche Gemeinschaft in DB und DBÖ, andere 5 Burschenschaften des WK’s firmierten zum Ring weißer Burschenschaften (RWB).

Der Weiße Kreis besteht also nach wie vor, ist seit 1961 vertagt und kann jederzeit wieder einberufen werden.
(aus dem Handbuch der Deutschen Burschenschaft und mündlichen Überlieferungen)


Warum wieder Weißer Kreis?
Das weiße Prinzip eint Burschenschaften in Deutschland und Österreich in besonderem Maß. Es steht einzigartig für Werte und Ideale und verkörpert den Geist der Urburschenschaft von 1815, hineingetragen und gelebt in unserer heutigen Zeit. Wie ein kategorischer Imperativ steht das weiße Prinzip gleichsam als Leitlinie unverrückbar für die weißen Burschenschaften – gelebte Ideale.
Warum aber wieder die Organisationsform „Weißer Kreis“? Es ist naheliegend, dass gleiche Ansichten und Inhalte ein Zusammengehörigkeitsgefühl erzeugen. Der Dachverband Deutsche Burschenschaft ist aufgrund seiner Heterogenität zu sehr auf die Breite und nicht auf die Tiefe ausgerichtet, so soll der Weiße Kreis uns wieder auf besondere Weise zusammenhalten. Dies sind wir uns, unseren Burschenschaften und deren Zukunft verpflichtet. Außerdem wird auch das korporative Element innerhalb der Deutschen Burschenschaft gestärkt und bereichert.

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